Schüleraustausch Kirchberg-Dieuze 2014/2015

Gefördert wurde unser Austausch vom deutsch-französischen Jugendwerk, welches neben Schulpartnerschaften auch individuelle Austauschprogramme unterstützt: http://www.dfjw.org/

Am 23.März hieß es erstmals „Bienvenue à Kirchberg“. Die Gastschüler der Seconde unserer neuen französischen Partnerschule Lycée Charles Hermite aus Dieuze, Lothringen, besuchten uns mit ihren zwei Lehrern in Kirchberg. Während ihres Aufenthalts wohnten die Gastschüler bei den Familien ihrer deutschen Austauschpartner, mit denen sie bereits seit November in Kontakt standen - Zeit, um sich kennenzulernen und sich gegenseitig zu bereichern. Unsere Gäste gewannen Einblick in das deutsche Schul- und Familienleben und gingen mit ihren Kirchberger Austauschpartnern in Sachsen auf Entdeckungsreise. Dabei suchten sie nach Spuren der deutsch-französischen Geschichte und der deutsch-französischen Beziehungen heute.
In Dresden standen der Besuch im Landtag und ein Gespräch mit der Abgeordneten Kerstin Nicolaus auf dem Programm. Für die deutschen und die französischen Schüler war es die Gelegenheit, französischen Zentralismus und deutschen Föderalismus miteinander zu vergleichen. Anschließend suchten die Schüler bei einem kleinen Rundgang durch das barocke Dresden und dem Besuch des Historischen Grünen Gewölbes nach den Spuren Ludwigs XIV in Dresden, dessen Hofhaltung und von ihm bevorzugte Architektur unter anderem August dem Starken imponierte. Natürlich blieb noch Zeit, um das ein oder andere Souvenir zu erwerben.

Bei der von deutschen und französischen Schülern gemeinsam vorbereiteten Exkursion nach Leipzig widmeten sich die Schüler im Zeitgeschichtlichen Forum und der Nikolaikirche der jüngsten Vergangenheit. Bereits am Tag zuvor hatten die Schüler Zeitzeugen der friedlichen Revolution von 1989 interviewt und einen sehr bewegenden und anschaulichen Einblick in die Geschehnisse von damals erhalten und konnten ihre Kenntnisse durch die Ausstellung vertiefen.

Als Schwerpunkt der deutsch-französischen Geschichte durfte der Besuch des Völkerschlachtdenkmals natürlich nicht fehlen. Nach vielen Treppenstufen genossen wir alle besonders den schönen Blick auf Leipzig, für den sich sogar extra einen Moment die Sonne blicken ließ.

Am Samstag, den 28. März, war es Zeit, die nähere Umgebung zu erkunden und unseren Gästen das August-Horch-Museum sowie im Rahmen einer Stadtrallye die Zwickauer Sehenswürdigkeiten zu zeigen.
Bei der offiziellen Verabschiedung am 30. März stellten uns unsere Gäste ihre Schule und die Stadt Dieuze vor, welche die Kirchberger Schüler bei ihrem Gegenbesuch im Mai kennenlernen werden. In Frankreich werden die deutschen Schüler ebenfalls in den Familien ihrer Austauschpartner wohnen und die Region Elsaß-Lothringen kennenlernen. Die Wiedersehensfreude ist groß, denn aus deutsch-französischen Austauschpartnern sind nun oft Freunde geworden, die sich trotz der einen oder anderen Sprachbarriere sehr gut verstehen und verständigen. Eine Woche intensiver Austausch haben gezeigt, dass jeder von dem anderen etwas lernen kann.
À bientôt à Dieuze.

Kirchberger Schüler zum Gegenbesuch in Frankreich

Nach dem Besuch der Schüler unserer französischen Partnerschule Lycée Charles Hermite Ende März, war bei unseren 16 Kirchberger Teilnehmern die Vorfreude auf unseren Gegenbesuch in Lothringen vom 4. bis 12. Mai groß.

In Dieuze angekommen, wurden die Kirchberger Teilnehmer in den Familien ihrer Austauschpartner sehr herzlich aufgenommen und kulinarisch verwöhnt. Ein paar unserer Teilnehmer durften unter der Woche gemeinsam mit ihren Austauschpartnern das Internatsleben kennenlernen und viel Zeit mit gleichaltrigen Franzosen verbringen.
Nachdem sich unsere Teilnehmer bei einem deutsch-französischen Volleyballturnier am Dienstagmorgen aufgewärmt hatten, konnten sie ihre Französischkenntnisse im Rahmen einer kleinen Stadtrallye durch Dieuze mit vielen kreativen Aufgaben austesten. Nach der anschließenden Teilnahme am Unterricht berichteten einige stolz, dass Mathe in französischer Sprache für sie kein Problem gewesen sei. Allerdings waren sie froh, dass sie im Gegensatz zu ihren Austauschpartnern in der Regel „nur“ bis 15 Uhr Unterricht hatten.

Am Donnerstag lernten die Schüler mit Straßburg die deutsch-französische Stadt schlechthin kennen, welche über die Jahrhunderte hinweg immer abwechselnd von Deutschen oder Franzosen annektiert worden war. Während einer Führung durch die Altstadt und das Straßburger Münster entdeckten sie, wie die deutsche-französische Geschichte Stadtbild, Sprache und Kultur geprägt hat und gingen auf Spurensuche vieler berühmter Deutscher wie Goethe oder Gutenberg, welche zeitweise in Straßburg gelebt hatten.

Über das Wochenende blieben die Schüler in ihren Gastfamilien und erfuhren, wie in Frankreich an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8.Mai 1945 erinnert wird. Weiterhin blieb Zeit, das französische Familienleben, Feiern und Traditionen kennenzulernen und viele nutzten die Gelegenheit, um die Region individuell zu erkunden.

Am Montag stand mit Nancy die Hauptstadt des Jugendstils auf dem Programm. Dieser prägt die Stadt nicht nur ästhetisch, sondern wurde auch während der Zugehörigkeit von Elsass-Lothringen zum deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918 politisch genutzt, um die kulturelle Eigenständigkeit der Region zu betonen. Während eines Stadtrundganges erfuhren die Teilnehmer viel über die lange deutsch-französische Geschichte der Stadt und entdeckten Elemente des Jugendstils an Hausfassaden und in öffentlichen Gebäuden. Bei dem Besuch des Musée des Beaux-Arts de Nancy sahen die Schüler Kunstwerke der letzten 400 Jahre, unter anderem von Picasso und von dem in Dieuze geborenen Künstler Émile Friant.

Nach einer sehr schönen und ereignisreichen Woche fiel der Abschied am Dienstag schwer. Zwischen vielen Austauschpartnern sind Freundschaften entstanden, die sicherlich auch über den Zeitraum des Austauschs hinaus gepflegt werden.

Wir freuen uns sehr, die Partnerschaft mit Dieuze fortzuführen und es unseren Schülern auch in Zukunft zu ermöglichen, das Nachbarland zu entdecken und Franzosen in ihrem Alter kennenzulernen.

J. Venema

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