Für drei Monate nach El Salvador

Nach einer langen Zeit voll mit Vorbereitungen und -freude ging es am 04. Mai 2019 für 6 Schüler nach El Salvador. Das Treffen am Flughafen mit unseren Gastfamilien war der Anfang von 3 unvergesslichen Monaten - und ebenfalls eine Erleichterung endlich ein Bett nach 23h Reise zu haben.

Gewohnt haben wir in unterschiedlichen Wohnvierteln, welche alle stark bewacht wurden, um Sicherheit gewährleisten zu können. Immer wieder trafen wir während unseres Aufenthaltes auf Männer mit Waffen, welche Geschäfte etc. absicherten.

Glücklicherweise bekam niemand von uns die etwas gefährlichere Seite des kleinen Landes mit - vielmehr wurden uns wunderschöne Orte gezeigt.

Da gutes Wetter oft auf dem Plan stand, konnten wir mehrere Male die warmen Strände bzw. Seen von El Salvador genießen. Sportliche Aktivitäten, wie z.B. eine Vulkanwanderung, Erkundungen von Maya Ruinen, Museumsbesuche oder auch Surfen ließen wir uns ebenfalls nicht entgehen.  Weitere beeindruckende Orte waren die vielen Dörfer, welche alle ihren eigenen Charme, sei es durch bunt angemalte Wände oder laute Musik, hatten. Hier stießen wir allerdings auch auf die ärmeren Seiten des Landes. Während wir in schönen Häusern unterkamen, wohnten diese Leute in primitiven Hütten gebaut aus Blech, direkt am Straßenrand. Etwas, dass uns allen die Augen öffnete und zeigte, dass wir unsere Lebensverhältnisse mehr schätzen sollten.

Unser Austausch bestand jedoch nicht nur aus Freizeit, wie in Deutschland mussten wir auch auf der anderen Seite der Welt zur Schule.

Schon am ersten Tag wurden wir von unseren neuen Mitschülern an der Deutschen Schule Salvador mit offenen Armen empfangen. Man merkte recht schnell, dass die Lebensart und -weise dort ein wenig anders ist als bei uns. Der Unterricht war locker und vor allem ziemlich laut im Vergleich mit den deutschen Verhältnissen. Ebenfalls absolvierten wir ein 1- bis 2-wöchiges Praktikum im angrenzenden Kindergarten, in welchem schon die Kleinsten ein wenig Deutsch sprechen konnten. Dort halfen wir den Erzieherinnen bei der Vorschule oder unterhielten uns mit den Kindern, die wir alle schnell in Herz geschlossen hatten.

Generell haben die Salvadoreños eine temperamentvolle Ader, welche am Anfang recht einschüchternd auf uns wirkte, die wir uns aber am Ende selbst angeeignet hatten. Die typische „Latino-Stimmung“ erlebten wir selbst auf dem Abschlussball der DSS, der im Vergleich zu unserem mehr einer ausgelassenen Party glich.

Eine Sache, die uns besonders auffiel, war die Herzlichkeit und Offenheit der Einwohner. Egal aus welchen Verhältnissen die Menschen kamen, ob Sie uns kannten oder nicht, wir wurden immer mit einem Lächeln empfangen. So fiel es auch nicht schwer, uns auf Spanisch mit ihnen zu unterhalten.

Umso schwerer fiel uns der Abschied von unseren Familien und unseren neugewonnenen Freunden am 18. Juli 2019 als die Rückreise nach Deutschland vor der Tür stand. Wir alle verabschiedeten uns von den Gastfamilien mit Tränen in den Augen, aber dennoch mit wunderschönen neuen Erinnerungen und keinerlei Reue den Austausch gemacht zu haben.

Trotzdem freuten wir uns, als wir nach einem ziemlich nervenaufreibenden und weniger entspannten Rückflug, unsere Eltern und Geschwister in Prag wiedersahen.

Unseren Schüleraustausch nach El Salvador (was übrigens ein sehr empfehlenswertes Land ist) wird sicher niemand von uns vergessen, ebenso wenig die Erfahrungen, welcher jeder einzelne für sich selbst gemacht hat.

Wir möchten uns abschließend noch bei unseren Lehrern, Eltern und natürlichen unseren Gastfamilien bedanken, ohne die der Austausch niemals möglich gewesen wäre.

¡Hasta la próxima!
Johanna Singer, Klasse 11

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