Studienfahrt zum europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik-CERN

Im Oktober 2013 setzte der Nobelpreis für Peter Higgs und François Englert den vorläufigen Höhepunkt in der verrückten Geschichte um das sogenannte Gottesteilchen, das Higgs-Boson. Am CERN und weltweit jubelten bereits im Juli des Vorjahres die Physiker …

Was ist das CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire)? Wie arbeiten die Teilchenphysiker? Was schweißt die Physiker weltweit ohne kulturelle und politische Schranken zusammen?

Diese und weitere Fragen wollten sich 30 physikinteressierte Schüler und Lehrer des Christoph-Graupner Gymnasiums Kirchberg auf der diesjährigen traditionellen CERN-Studienfahrt vom 30.06.2014 bis 04.07.2014 beantworten.

So starteten wir am frühen Morgen des 30. Juni 2014 am CGG in Richtung Schweiz. Bei einem Zwischenstopp am Zeppelin-Museum Friedrichshafen konnten wir die weltgrößte Sammlung zur Luftschifffahrt erkunden. Interessant war ebenfalls die selten anzutreffende Verbindung zwischen Technik und Kunst.

Am Nachmittag trafen wir am CERN ein, wo uns unser Schulleiter, Herr Bachmann, begrüßte. Da Herr Bachmann derzeit am CERN arbeitet, konnte er für uns ein einzigartiges Besucherprogramm organisieren, welches weit über den standartmäßige Rahmen hinausging.
Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an Herrn Bachmann und das gesamte eingebundene CERN-Team!

Diese Woche am CERN hier zu beschreiben, würde ein eigenes Buch erfordern, deshalb seien hier nur einige Höhepunkte genannt:

Am ringförmigen LHC-Tunnel (Large Hadron Collider), welcher einen Umfang von ca. 27 km hat und sich in ca. 100 m Tiefe befindet, besuchten wir wichtigen Detektoren vor Ort. An den Detektoren werden schnelle Protonen zur Kolission gebracht, um die Existenz von Teilchen bzw. Strahlung, dunkler Materie, … nachzuweisen.

Das Bild zeigt die Besichtigung des Kompass-Experiments, am ältesten Beschleunigerring des CERN.

Der bekannteste Detektor trägt den Namen CMS (Compact Muon Solenoid). Mit Ihm wurden die u. a. die Higgs-Boson entdeckt. Ähnlich universell wie der CMC-Detektor lässt sich der Atlas-Detektor zur Teilchenjagt bzw. der Erforschung von „dunkler Materie“ einsetzen.

Um die Teilchen in den kreisförmigen Röhren auf der Bahn zu halten, werden starke Magnete benötigt, welche in der Magnettest-Halle gewartet werden.

Beim Workshop „Kosmische Höhenstrahlung“ wurden von uns mit Hilfe moderner Detektoren kosmische Höhenstrahlung nachgewiesen und Gesetzmäßigkeiten am Laptop physikalisch ausgewertet und visualisiert. Höhepunkt war die Videokonferenz mit Martin Hawner, der online Fragen zur aktuellen Forschung auf dem Gebiet der kosmischen Höhenstrahlung beantwortete.

Gemeinsam mit Herrn Bachmann bauten wir klassische Nebelkammern, in denen wir die Spuren der Teilchen nachwiesen.

Am Abend des dritten Tages haben wir gemeinsam gegrillt, denn der Mensch leb nicht nur vom Verdauen physikalischer Kost … Die interessante Zeit am CERN verging wie im Flug, so dass leider nur noch ein Tag zum Erkunden von Land und Leute blieb. Dies geschah im Rahmen einer Stadt-Rallye in Genf. Den letzten Abend ließen wir gemütlich bei einem Käsefondue ausklingen.

Müde, jedoch voller unvergessener Eindrücke kamen wir am Nachmittag des 4. Juni 2014 wieder in Kirchberg an

Lutz Werner
Physik-Lehrer

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